Mein persönlicher Reiseblog

Kategorie: Skandinavien Seite 3 von 4

Meine Reise nach Skandinavien 2017

Kongsvik

Heute Morgen bin ich dann wie geplant sehr früh für meine Verhältnisse aufgestanden – um 7 Uhr war ich schon am Frühstücken. Warum das Ganze? Naja mein Parkticket in Tromsö ging nur bis 8:40 Uhr und ich wollte kein neues ziehen. Darum habe ich dann in den sauren Apfel gebissen und mich entschieden mal früh aufzustehen. Und ich weiß auch warum ich sonst gerne ausschlafe. Naja dafür war ich dann um halb neun schon wieder auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel. Aber wohin wollte ich heute eigentlich. Gute Frage, die ich selbst erst nicht so richtig beantworten konnte. Also überlegte ich was denn als nächstes schön auf der Karte anmutet und mein Blick fiel auf die Lofoten. Also den Startort der beschriebenen „Rundreise“ für die Lofoten ins Navi eingeben und los. Oh! Das sind ja noch fast 500km bis dahin. Hm… Mal schauen wie weit ich heute komme.

Und so fuhr ich dann eine ganze Weile bis ich merkte, dass langsam aber sicher die Müdigkeit zunahm und ich mir eine Pause verdient hatte. Wie passend, dass gerade dann eine Ausschilderung für den Polar Park am Straßenrand auftauchte und ich mich zu einem Besuch in dem Tierpark entschloss. Und das trotz strömenden Regens. Aber es hat sich trotz Regen und hohen Eintrittspreis letztendlich doch gelohnt. Wie man auf den Fotos sehen kann habe ich viele verschiedene Tiere der Region sehen können. Kann mir jemand alle Tiere nennen, die ich abgelichtet habe?

Nach meiner Tour durch den Tierpark wärmte ich mich im dortigen Café noch eine Weile auf bevor ich mich weiter auf den Weg machte. Und entgegen meiner Vermutung heute Morgen habe ich es bis zum Ende des Tages doch wirklich fast bis zu den Lofoten geschafft. Von meinem Campingplatz sind es nun nur noch etwa 35km bis zum Beginn der Lofoten – quasi ein Katzensprung.

So sitze ich hier nun also nach einem doch recht kühlen und regnerischen Tag in meinem – mehr oder weniger – warmen Wohnmobil und genieße die Aussicht auf den nächsten Fjord.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Tromsö, die Zweite

Heute war mein zweiter Tag in Tromsö. Ich bin nicht allzu spät aufgestanden und war nach einem kurzen Frühstück auch schon wieder auf dem Weg in Richtung Stadt. Da hier heute das große Finale des Arctic Race Norway stattfand war glücklicherweise auch quasi verkaufsoffener Sonntag und man konnte in viele Geschäfte, die sonst geschlossen gewesen wären. Also überlegte ich nicht lange welcher Stopp mein erster sein sollte: das Polaria, ein lokales Museum über die Biologie an den Polen der Erde.

Das Museum ist wirklich interessant und eine Empfehlung für jeden, der Tromsö besucht. Warum? Erstmal sind alle Texte auch in Englisch zu finden, sodass man sie relativ gut lesen kann. Außerdem gibt es noch ein Kino mit schönen Filmen. Die Hauptattraktion des Museums ist aber eine andere: das innenliegende Robbenbecken mit vier Robben, die zweimal täglich gefüttert werden. Ich war zeitlich passend für die erste Fütterung des Tages um 12:30 Uhr da und konnte mir das Schauspiel selbst anschauen. Es ist schon knuffig wenn sich die Robben etwas ungeschickt an Land bewegen und dann auch wieder erstaunlich majestätisch wie sie sich problemlos im Wasser fortbewegen und auch daraus in die Höhe springen können. Voll süß!

Nachdem ich dann fast zwei Stunden in dem Museum verbracht hatte ging ich weiter in Richtung Innenstadt. Jedoch kam ich gar nicht mal so weit, denn in kurzer Entfernung von dem Museum war der Start für die finale Etappe des Arctic Race Norway und deswegen ließ ich mich auf die Menschenmenge ein und verfolgte wenigstens den Start des Rennens noch selbst mit. Da ich vom Radsport jedoch ähnlich viel Ahnung wie vom Ballett habe, war mein Interesse kurz nach dem Start auch schon wieder erheblich gedämpft. Ist halt nicht meine Sportart. Und so lief ich einfach noch ein wenig durch die Stadt Tromsö und erkundete das Hafengebiet und die nähere Umgebung davon. Gegen Nachmittag bekam ich dann so langsam Hunger und entschied mich dazu es mit heute gut gehen zu lassen. Also suchte ich mir ein schönes Steakhaus heraus und begab mich zum Essen dorthin. Und meine Güte wie sich das gelohnt hat. Das Steak war eines der Besten die ich je gegessen habe und der Milchshake war ein runder Abschluss für die Sache. Geil!

Und so sitze ich jetzt am frühen Abend auch schon wieder im Wohnmobil und werde gleich noch etwas mit Papa skypen. Danach geht es mal etwas früher ins Bett um Morgen bei Zeiten loszukommen.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Tromsö, die Erste

Heute ist mal endlich wieder ziemlich viel passiert. Und dabei fing alles ganz ruhig an. Ich stand um halb zehn auf und nach dem Frühstück versuchte ich nochmal mein Glück beim Campingplatz in Glaskogen. Und heute ging dann auch endlich jemand ans Telefon, sodass ich nun meinen Platz in dem wunderschönen Naturschutzgebiet Glaskogen fest habe. Super! Gut gelaunt ging es dann wieder los auf die Straße. Ziel heute: Tromsö.

Die Strecke bis dort waren immerhin noch 160km, aber ich war bester Dinge diese Strecke an einem Stück fahren zu können. Musste ich aber gar nicht… Etwa auf halbem Weg nach Tromsö musste ich mich bei einem Stau hinten anstellen. Ich war schon etwas erstaunt nicht weiterfahren zu können. Immerhin war ich bis jetzt noch nie in einen richtigen Stau geraten. Und die ganze Zeit als ich dort stand wusste ich nicht so recht warum es denn nicht weiterging. Die zwei Helikopter halfen nicht bei dem unguten Bauchgefühl, aber später wurde mir klar was es damit auf sich hatte: Momentan findet in dieser Region das Arctic Race Norway statt. Das ist sozusagen die norwegische Tour de France und wir hier ähnlich groß gefeiert. Auf der ganzen Fahrstrecke waren norwegische Flaggen am Straßenrand verteilt. Und so zog sich dann der Weg nach Tromsö auf etwa die doppelte Länge der geplanten Fahrzeit hin. Naja, passiert!

Um etwa 17 Uhr war ich dann endlich in Tromsö und suchte nach einem Campingplatz. Doch der eigentliche Stadtcampingplatz war schon ausgebucht und so musste ich auf einen Parkplatz in der Innenstadt ausweichen. Das hat aber auch seine Vorteile, denn hier steh ich bis Montag für gerade einmal 2 Euro und morgen kann ich mir das Radrennen aus aller Nähe angucken. Muss ich auch, denn im Laufe des morgigen Tages ist die Zu- und Abfahrtstraße für diesen Parkplatz gesperrt, ups!

Den restlichen Abend verbrachte ich zunächst mit einem Spaziergang durch die Innenstadt Tromsös und dann entschied ich mich doch mal in ein norwegisches Kino zu gehen, denn die Filme werden hier immer auf Englisch mit Untertiteln gezeigt. Sehr praktisch für mich. Der Film, den ich mir anschaute war Dunkirk und ich kann ihn wirklich mal empfehlen. Bis der Film vorbei war wurde es auch schon langsam wieder munter in der Stadt und man konnte im ganzen Stadtzentrum die Musik von einem kleinen Festival hören, das irgendwo auf einem Hinterhof stattfand. Bei der leichten Hintergrundbeschallung spazierte ich dann bis kurz nach zwölf noch durch die Innenstadt, bevor ich mich auf den kurzen Weg zurück zum Wohnmobil machte.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Lyngenfjord

Heute Morgen bin ich wieder zu einer für mich normalen Uhrzeit von etwa halb zehn aufgestanden. Warum sollte ich auch früher aufstehen? Ich fahre nie extrem weit und dunkel wird es abends ja auch nicht… Dann habe ich ganz in Ruhe gefrühstückt und mich danach noch etwas meinem Reisejournal gewidmet. Was das ist? Ich halte jeden meiner Stopps in einem schönen Notizbuch (Danke Karin!) fest und notiere mir dabei immer meine aktuellen Koordinaten und den aktuellen Kilometerstand, sodass ich im Nachhinein ganz problemlos meine Fotos grob einordnen kann und später einmal auch noch die Namen der Campingplätze und Gegenden kenne, die ich im Laufe dieser drei Monate so besuche. Damit habe ich mich also eine ganze Weile beschäftigt und danach habe ich noch versucht meinen längsten Aufenthalt des gesamten Urlaubes, meine Zeit in Glaskogen, fest zu machen. Da ging aber niemand ans Telefon und ich werde es morgen nochmal versuchen.

Und so war es nach einem fast 60-minütigen Telefonat mit Mama (man kann ja doch eine Menge erzählen…) auch schon halb drei bis ich überhaupt vom Campingplatz fuhr und mich auf den Weg entlang der Fjordküste weiter in Richtung Südwesten begab. Auf der E6, welche die Hauptverkehrsstraße in Richtung Nordkap und russische Grenze ist, blieb ich dann für etwa 100km bis mir die Gegend ganz gut gefiel und ich mich entschloss für die Nacht zu bleiben.

Campingplätze in Norwegen sind übrigens generell ziemlich schön und haben oft eines gemeinsam: es gibt keine festen, nummerierten Plätze. Darum ist es wesentlich einfacher sich hier einen schönen Platz für die Nacht zu suchen, denn nach dem Bezahlen kann man sich meistens einfach einen beliebigen Platz aussuchen und sich dann den nächsten Stromanschluss suchen, um sein Wohnmobil dort anzuschließen. Sehr entspannt und einfach geregelt. Mein Tipp dabei ist ein kleiner Spaziergang nach dem Bezahlen um sich zu orientieren und was Schönes auszusuchen. Mag trivial klingen, habe ich aber am Anfang immer wieder vergessen und war dann immer leicht gestresst beim ziellosen fahren über den Platz. So lernt man ständig dazu.

Und nun sitze ich hier in der Nähe eines schönen Flusses und quasi direkt neben einer ganz schön hohen Felswand, die auch ein paar schöne Wasserfälle hat. Idyllisch!

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Oksfjord

Heute habe ich wieder einmal etwas länger geschlafen. Zum Frühstück gab es mein typisches Brot und verschiedenen Aufschnitt. Nichts Besonderes. Nach einer erfrischenden Dusche baute ich dann so langsam wieder alles ab um mich weiter in Richtung Süden zu begeben. Bevor ich jedoch auf die „Autobahn“ fuhr, bin ich noch einmal kurz in die Innenstadt von Alta gefahren.

Mein Grund dafür: Bis heute war meine norwegische SIM noch nicht aktiviert. Und das machte mich so langsam ganz schön sauer. Immerhin hatte ich nun schon 30 Euro bezahlt, aber nach mehr als 5 Tagen immer noch keine funktionierende SIM. So ging ich also in den Laden, in dem ich am Samstag die SIM auch gekauft hatte und den ich Dienstag auch schon wieder aufgesucht hatte. Dieses Mal war nun endlich eine andere Bedienung an der Kasse, die mir etwas mehr helfen konnte. Aber auch die war aus meiner Sicht relativ inkompetent. Am Ende der Geschichte ging ich immer noch ohne funktionierende SIM aus dem Laden mit der Bitte dem Ganzen doch nochmal bis zu 48 Stunden Zeit zu geben. Innerlich war ich zwar ziemlich aufgebracht, aber ich blieb irgendwo tief in mir drin doch noch zuversichtlich. Und so hatte ich dann im Laufe des Tages auch eine Bestätigungsnachricht, dass meine SIM nun aktiviert wäre. Aber eines ist mir jetzt klar: Prepaid-SIM-Karten in Norwegen zu kaufen ist absolut nicht zu vergleichen mit Schweden. In Norwegen war das jetzt eine 5-tägige Tortur, während ich in Schweden nach nicht einmal 30 Minuten mit meinem Handy im Netz war. Ein weiterer Grund für mich Schweden mehr zu mögen als Norwegen.

Aber danach ging es dann auch weiter in Richtung Süden. Diesmal jedoch ohne konkretes Ziel für die Nacht, sodass ich einfach fuhr bis ich keine Lust mehr hatte und mich auf die Suche nach einem Campingplatz begab. Wobei Suche hier das Ganze etwas übertreibt. In Norwegen gibt es über 1400 Campingplätze. Verteilt auf die Größe des Landes ist hier wirklich an jeder Ecke ein Campingplatz, der zumindest das wichtigste, also Toilette und Strom, bietet, zu finden.

Und so sitze ich nun an meinem Tisch hier im Wohnmobil mit bestem Blick auf den Fjord und hoffe, dass es nicht die ganze Nacht lang regnet.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

P.S.: Ja, mir ist das Schiffchen heute leider heruntergefallen. Dabei ist der hintere Mast oder wie auch immer das heißt abgebrochen – ich ärger mich immer noch drüber…

Alta, die Dritte

Wie gestern schon geschrieben war heute ein ganz ruhiger Tag. Ich habe den ganzen Tag auf dem Campingplatz verbracht und ein bisschen „Hauspflege“ betrieben. Wäsche waschen, Bett neu beziehen, Handtücher wechseln, Womo ausfegen und Teppiche ausschütteln. Das muss ja alles auch mal gemacht werden und es fühlt sich gut an, wenn man das Alles erledigt hat.

Viel mehr habe ich heute den ganzen Tag über nicht gemacht und heute Abend habe ich mir wieder Hähnchennuggets in der Pfanne gemacht, bevor ich noch eine Weile lang mit Mama geskypet habe. Nun ist es auch schon sehr spät und ich sollte so langsam ins Bett gehen.

Morgen wird es wahrscheinlich wieder mehr zu berichten geben.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Alta, die Zweite

Heute Morgen habe ich noch einmal am Nordkap ausgeschlafen. Wer weiß, wann ich hier wieder hinkomme… Danach habe ich mir ein kleines Frühstück gemacht, bevor ich mich wieder endgültig auf den Weg in Richtung Süden machte. Nun ist es also soweit: der zweite Teil meiner Reise, Norwegen, hat so richtig begonnen. Das erste Ziel für den Tag war ein bekanntes: Alta, zum zweiten Mal.

Nach Alta fahre ich aus zwei Gründen ein zweites Mal: es liegt sowieso auf meinem Weg und es hat gute Campingplätze. Das ist besonders wichtig, weil sich mein Vorrat an sauberer Wäsche langsam dem Ende zuneigt und ich dementsprechend mal wieder einen Waschtag einlegen musst. Und zwischen dem Nordkap und Alta gibt es nicht viel an Alternativen bezüglich Campingplätzen. So fuhr ich also heute etwa 4 Stunden vom Nordkap bis hier nach Alta. Und das obwohl die Strecke nur etwa 240km lang ist. Ein Faktor dabei ist natürlich auch die maximale Höchstgeschwindigkeit auf „Autobahnen“ in Norwegen von gerade einmal 90 Kilometern pro Stunde. Die Fahrt war recht unspektakulär und so war ich im späten Nachmittag wieder zurück in Alta.

Hier suchte ich mir dann einen schönen Campingplatz aus und nutzte zu allererst einmal die Dusche hier. Das war leider bitter nötig geworden… Frisch geduscht und rasiert machte ich mich dann daran mir mein Abendessen zu kochen. Nichts Besonderes nur Hähnchennuggets aus der Pfanne. Beim Abendessen habe ich dann noch mit Papa geskypet, auch wenn sich die Verbindung als wenig zuverlässig herausstellte.

Und nun sitze ich hier in meinem Wohnmobil und freue mich schon auf den ruhigen Tag morgen auf diesem schönen Campingplatz.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Nordkap, die Zweite

Heute war mein zweiter Tag am Nordkap. Als erstes habe ich die Chance genutzt und mal wieder so richtig ausgeschlafen: ich bin erst um halb zwölf aus dem Bett gekrochen. Zunächst habe ich mir dann ein ganz gemütliches Frühstück gemacht und habe danach noch ein wenig die Wärme im Womo genossen. Dabei habe ich dann auch einen Brief geschrieben, den ich schon seit Beginn der Reise schreiben wollte. Bis ich mit dem Schreiben fertig war, war auch wieder mehr als eine Stunde vergangen. Danach nahm ich den Brief und einen Stift mit zur Nordkaphalle mit ihrem eigenen Postamt. Dort gab ich den Brief ab und kaufte noch zwei Postkarten, die ich noch eben schrieb bevor ich auch diese auf ihren Weg schickte.

Nachdem ich damit fertig war ging ich zurück zum Wohnmobil und machte mich fertig für mein kleines Fotoshooting am Nordkap. Also packte ich mein Stativ, die Kamera und etwas Ballast ein und suchte eine schöne Stelle um ein paar Fotos zu machen. Das dauerte dann auch alles zusammen etwa eine Stunde. Dabei sind aber auch einige sehr gute Fotos entstanden auf die ich recht stolz bin. Sowieso habe ich heute echt viele Fotos gemacht (über 200…), ohne dass es hier eine riesige Fülle an verschiedenen Motiven gibt. Unter anderem fotografierte ich auch die von hier sehr gut sichtbare Landzunge Knivskjellodde, die ich ja gestern bewanderte, den hier angebrachten Globus und die Skulptur „Kinder der Erde“, welche ein Zeichen für den Weltfrieden darstellen soll.

Irgendwann gegen Abend hatte ich dann auch wieder Hunger und ich entschied mich hier im Restaurant etwas zu essen. Letztendlich war das dann die norwegische Variante von Köttbullar – welche Ironie… Nach dem Abendessen ging ich den kurzen Weg zurück zum Wohnmobil und ich telefonierte noch etwa eine Stunde lang mit Mama und Papa. Bis ich damit fertig war, sagte die Uhr auch schon 22:20 Uhr an, aber dank der langen Öffnungszeit der Nordkaphalle konnte ich noch ein letztes Bier dort beim Sonnenuntergang genießen. Super!

Nun sitze ich hier um halb zwölf im Wohnmobil und lasse den Abend noch bei etwas Musik ausklingen. Ich hab heute zwar nicht so viel zu sagen wie gestern, aber das überlasse ich heute mal den Bildern.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Nordkap, Endlich!

Was ein Tag! Heute war es endlich soweit: Ich bin am Nordkap angekommen. Nach 4137,3km und genau vier Wochen Zeit bin ich am großen Ziel meiner Reise angelangt. Der Tag fing für mich heute recht früh um 08:30 Uhr an und nach einem guten Frühstück machte ich mich von meinem Campingplatz auf. Der restliche Weg bis zum Nordkap war schon fast lächerlich kurz: 17km trennten mich und das Nordkap letzte Nacht. Doch bevor ich am großen Touristenziel angelangte machte ich einen Zwischenhalt an einem Wanderparkplatz und bereitete mich auf eine etwa 6-7 stündige bereit. Warum? Naja ich wollte ja immer zum nördlichsten Punkt Kontinentaleuropas. Das ist aber gar nicht das Nordkap. Der Name ist leider etwas irreführend und die meisten Leute wissen das gar nicht, selbst wenn sie am Nordkap waren. Der nördlichste Punkt Europas liegt auf der Landzunge Knivskjellodde. Diese Landzunge reicht etwa 1,3km weiter in den Norden als das Nordkap. Das war also mein Ziel für heute.

Die Wanderung zur Knivskjellodde fängt auf einem Parkplatz etwa 6km vor dem Nordkap an und man muss etwa 9km wandern bis man sein Ziel erreicht hat. Und das habe ich dann gemacht. Mit Rucksack und Kamera bewaffnet lief ich die 9km in etwa 2 Stunden und 45 Minuten. Der Weg führt einen durch eine fremdartig wirkende Landschaft, die sehr eindrücklich und auch extrem menschenleer ist. Das ist das Schöne an der Knivskjellodde: Es gibt hier wesentlich weniger Touristen als am Nordkap, denn die wenigsten kaufen die ganze Strecke bis dort hin. Da war ich also nun, angekommen am nördlichsten Punkt Kontinentaleuropas. Natürlich trug ich mich im gut verstauten Gästebuch ein und machte viele, viele Beweisfotos. Es ist schwer zu beschreiben welche Gefühle mir am Ende der Welt durch den Kopf gingen: Ehrfurcht, Erfüllung, Zufriedenheit, Glücklichkeit. All das und noch mehr erfüllte mich als ich dann mit meinem Kompass an der nördlichsten Landzunge stand und dem Meer lauschte während ich in die Ferne Richtung Nordpol blickte. Der ist übrigens noch über 2000km weiter nördlich und mir somit weiter entfernt als der Großteil von Skandinavien.

Ich blieb am Knivskjellodde für etwa eine Stunde und machte trotz starkem Wind noch eine kleine Mittagspause mit schwedischem tunnbröd (ein dünner Teigfladen mit Schmierkäse aufgerollt) und ein paar Keksen. Außerdem rief in noch Papa und Mama an um Mal Grüße vom Ende der Welt zu schicken. Ja, man hat selbst hier noch Mobilfunkempfang! Als mir dann langsam zu kalt wurde machte ich mich auf den Rückweg zum Wohnmobil. Langsam machte sich aber auch ein altes Problem bemerkt: Bei meiner Wanderung letzte Woche im Höga Kusten Nationalpark muss ich mir irgendwas im Oberschenkel gezerrt haben. Danach tat das Laufen am nächsten Tag etwas weh, aber es ging auch wieder weg. Heute wurde es jedoch auf dem Rückweg zunehmend schlimmer und so brauchte ich einige Pausen bevor ich endlich um etwa 18 Uhr wieder am Wohnmobil war. Eigentlich wollte ich sofort nach der Wanderung weiter zum großen Touristenmagneten Nordkap, aber ich brauchte erstmal ne halbe Stunde Pause bevor ich mich in der Lage fühlte wieder zu fahren.

Um etwa 19:00 Uhr war ich dann aber am Nordkap angekommen und hier werde ich wahrscheinlich die nächsten zwei Nächte bleiben. Zunächst blieb ich erstmal noch ein paar Minuten im Wohnmobil, aber dann trieb es mich doch zur Nordkaphalle. Hier gibt es auf vier Etagen Restaurants, Bars, Souvenirshops, ein Postamt und ein kleines Kino mit Panoramafilm. Doch der Weg gestaltete sich schmerzhafter als erwartet, weil meine Beine nach den fast 20km Wanderung langsam nicht mehr wollten. Erstmal angekommen genoss ich dann aber bei schönem Ausblick noch ein Bier aus der nördlichsten Brauerei der Welt.

Nun bin ich wieder am zurück im Wohnmobil und genieße den restlichen Abend.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Honningsvag

Heute Morgen bin ich zu meiner mittlerweile normalen Zeit von halb zehn aufgestanden und habe in Ruhe gefrühstückt. Danach baute ich alles ab und fuhr erstmal in Richtung Alta-Zentrum. Meine erste Aufgabe für den Tag: eine norwegische SIM-Karte besorgen, damit ich den Blog auch ohne WLAN-Verbindung hochladen kann. Im ersten Laden wurde mir schnell bewusst, dass die Auswahl und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis für Prepaid-SIM-Karten in Schweden wesentlich besser ist als in Norwegen. Meine schwedische SIM bot für das selbe Geld fast dreimal so viel Datenvolumen wie meine neue norwegische SIM. Und in Schweden muss man sich nicht hochoffiziell für eine SIM registrieren, sondern sie funktioniert einfach. So muss ich jetzt wahrscheinlich bis Montag warten, damit meine SIM aktiviert wird. Naja, so ist das eben.

Nachdem ich dann meine SIM gekauft hatte schaute ich mich noch ein wenig in Alta um. Zu viel gab es nicht zu sehen und so fuhr ich bald wieder los. Bald werde ich die Stadt ja sowieso ein zweites Mal besuchen. Der Rückweg vom Nordkap führt mich zwangsläufig ein zweites Mal nach Alta. Also kann ich mir den Rest auch dann anschauen. Auf meinem Weg aus Alta heraus sah ich einen Tramper mit demselben Ziel wie ich: Nordkap. So hielt ich kurzerhand an und nahm ihn mit. So hatte ich dann für die vierstündige Fahrt bis zum Nordkap eine Begleitung und wir konnten uns ein wenig austauschen. Der nette Mann heißt Jesse, kommt aus den Niederlanden und ist in etwa so alt wie ich. Es war ganz schön sich mit jemandem unterhalten zu können, der einen ähnlichen Urlaub macht und so ging die Fahrt dann auch ziemlich zügig vonstatten.

Eine Anmerkung meinerseits bezüglich der Natur: Oh mein Gott ist das schön hier. Die Natur ist so vielseitig und gewaltig, dass sie mich ein wenig an Island erinnert. Es ist ein unglaubliches Gefühl die Kräfte der Natur wirken zu sehen und die wunderschönen Felsen und Formationen bestaunen zu können. Dazu kommt dann noch hier und da ein Rentier. Im Verhältnis zu Wild in Deutschland gibt es hier Rentiere wie Sand am Meer. Alleine heute waren an oder auf der Straße bestimmt 15-20 Rentiere im Verlauf des Weges. Irre!

Um circa sechs Uhr waren wir dann am Tagesziel angelangt. Von hier sind es etwa 15km bis zum Nordkap und morgen werde ich dann den nördlichsten Punkt Kontinentaleuropas erwandern. Ich freu mich drauf.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Alta

Hm. Ich weiß nicht wirklich was ich heute schreiben soll. Der Tag war dem gestrigen eigentlich fast komplett identisch. Ich bin ziemlich viel gefahren, der Himmel war meistens grau und meine Stimmung ist immer noch nicht viel besser als gestern. Dabei war die Route heute doch eigentlich ganz interessant: zweihundert Kilometer, drei Länder und verschiedenste Natur. Das sieht man ja zum Teil auch auf den Fotos.

Direkt nachdem ich heute Morgen losgefahren bin war ich auch schon in Finnland. Problem in Finnland: Man versteht nichts. Gar nichts. Egal ob geschrieben oder gesprochen. Die Sprache ist dort nunmal ganz anders als in Deutschland/dem Rest Skandinaviens. Und kaum war ich in Finnland war ich eigentlich auch schon wieder draußen. Nach 100km war der Streckenteil durch Finnland schon wieder beendet und ich war in Norwegen angekommen. Und hier? Bin ich noch bis Alta weitergefahren, nun sind es bis zum Nordkap noch etwa 210km. Das werde ich bis Sonntag wohl schaffen.

Mehr gibt es heute leider wieder nicht von mir zu berichten.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Karesuando

Heute war mal wieder ein ziemlich unspektakulärer Tag. Zunächst habe ich heute Morgen nochmal alle Annehmlichkeiten des Campingplatzes in Kiruna voll ausgenutzt und habe danach noch eine Weile mit Mama telefoniert. Um etwa 14 Uhr ging es dann für mich weiter in Richtung Finnland. Ziel im Navi: Nordkap. Soweit wollte ich aber heute gar nicht fahren, denn das wären insgesamt etwa 700km gewesen.

Also bin ich einfach so lange gefahren bis ich keine Lust ehr hatte und habe angefangen einen Campingplatz zu suchen. So oder so ähnlich lief es auch ab und ich habe nun einen Campingplatz direkt an der finnisch/schwedischen Grenze gefunden. Warum ich nicht bis nach Finnland reingefahren bin? Auf der Strecke von hier zum Nordkap durch Finnland gibt es laut meiner Karte nicht einen einzigen Campingplatz, der in Finnland liegt. Darum bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und habe mich für einen Campingplatz für die Nacht hier entschieden.

Mehr gibt es zum heutigen grauen und stellenweise regnerischen Tag auch nicht von meiner Seite zu berichten.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Kiruna

Heute ging es direkt nach dem Frühstück wieder auf die Straße. Nächstes Ziel: Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens. Bis dahin waren es noch ca. 120km und nach nicht ganz zwei Stunden inklusive Tanken war ich dann in Kiruna angekommen. Mein erster Anlaufpunkt war hier das Touristenzentrum. Warum? In Kiruna gibt es die größte unterirdische Erzmine der Welt und bis jetzt habe ich noch nie ein Bergwerk besucht.

Also war meine höchste Priorität einen Platz in einer der Führungen zu bekommen. Ich hatte Glück, dass ich noch auf der letzten Führung des Tages einen Platz bekam. Bis dahin hatte ich dann noch etwas über zwei Stunden Zeit. Was tun also? Richtig, Stadt besichtigen und Geschichte lernen. Kiruna wurde im späten 19. Jahrhundert gegründet als Bergmannssiedlung für das nahegelegene Bergwerk am/im Kiirunavaara. Und daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Stadt mit nun fast 20000 Einwohnern, die allesamt in irgendeiner Art und Weise vom Bergbau abhängen. Bis heute arbeiten am Bergwerk in Kiruna noch etwa 2300 Menschen. Heute liegt das Hauptlevel des Erzabbaus bei unter 1300m, gemessen von der ehemaligen Spitze des Kiirunavaara, die mittlerweile gesprengt wurde. Warum? Sie war Teil des Eisenerzvorkommens. Ursprünglich galt das Eisenerzvorkommen hier als unerschöpflich. Und bis heute weiß noch niemand so genau wie viel Erz es hier wirklich gibt. Das gesamte Erzvorkommen ist an einem einzigen Stück von 80m Breite, 4,5km Länge und mindestens 2km Tiefe. Wie tief es sich wirklich fortsetzt weiß niemand.

Doch bevor ich auf die fast dreistündige Besichtigungstour gehen konnte, hatte ich erstmal Hunger und ging zu einem netten Restaurant mit erschwinglichem Mittagsbuffet. Da gab es typisch schwedisches Essen mit Kartoffeln, paniertem Fisch und einer Art Gulasch. Dazu gab es ein großes Salatbuffet (Von mir großzügig übersprungen…) und frisches Brot. Lecker! Gut gestärkt konnte ich den Rest der Zeit nutzen um noch nach ein paar vorerst letzten Souvenirs zu gucken und dann einen Campingplatz für die Nacht zu suchen. Hier wurde ich schnell in Stadtnähe fündig und stehe auf einem ganz netten Campingplatz nur etwa 1km von der Stadt entfernt.

Die Besichtigung des Bergwerks war sehr informativ und eindrücklich, was ich eigentlich hier nur schlecht in Worten wiedergeben kann. Die Maschinen mal direkt zu sehen und das Gefühl von einem halben Kilometer Erdreich über einem sind sehr beeindruckend. Nach der ziemlich langen Tour durfte jeder noch so viele Erzpellets zweiter Wahl mitnehmen, wie er wollte/konnte und dann ging es mit dem Bus zurück 540m an die Oberfläche.

Nun sitze ich nach einem eindrücklichen Tag hier im Wohnmobil und genieße den langen Tag.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Lulea

Heute Morgen habe ich erstmal ein bisschen ausgeschlafen und dann beim Frühstück meinen neuen Toaster ausprobiert. Schön auch mal wieder gebräuntes Brot zu essen. Für nur 10 Euro eine lohnende Investition! Danach gab es dann wieder ein wenig Hauspflege: Wasser ablassen und nachfüllen und auch wieder die Toilette entsorgen. Nach dieser undankbaren Aufgabe sucht ich mir dann mein Tagesziel aus: Lulea.

Also ging es los auf den etwa 140km langen Weg und so war ich dann irgendwann nach Mittag in Lulea. Ich hatte mir die Stadt ausgesucht, weil mein Reiseführer das dortige Technikmuseum an der dortigen technischen Universität angepriesen hatte. Also bezahlte ich den Eintritt und mir wurde schnell klar warum der Reiseführer das Museum angepriesen hatte: Er ist von einer Mutter mit kleinen Kindern geschrieben. Und für Kinder ist das Museum auch super, aber eben nicht für jemanden wie mich. Naja, ich habe mir trotzdem alles angeguckt um noch irgendwie das meiste aus dem Geld zu machen.

Danach ging es dann nochmal weiter auf die Straße. Warum? Irgendwie war mir danach und wenn ich schon fahren will sollte ich das auch ausnutzen. So fuhr ich also eine ganze Weile. Und schwups war ich auch schon am Polarkreis angelangt. Ich bin jetzt also offiziell nördlich vom Polarkreis. Irre! Kurz hinter dem Polarkreis wurde ich dann so langsam müde und hielt Ausschau nach einem Campingplatz oder einem guten Rastplatz. Aber da war nix. 100km bin ich noch weiter gefahren bis ich endlich einen einigermaßen geeigneten Rastplatz fand.

Etwas erschöpft sitze ich nun also am Rastplatz und mache das Beste aus dem restlichen Abend.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Burea

Die letzte Nacht war kürzer als erwartet. Aber alles von vorne: Um 21 Uhr machte ich mich bepackt mit Isomatte, Schlafsack und aufblasbarem Kopfkissen auf den kurzen Weg bis zu dem Holzbett im Wald. So schön das Ganze auch aussieht, das Bett ist nun mal komplett aus Holzplanken gebaut und einfach nur hart. Aber egal, so hab ichs mir ausgesucht.

Nach einem Bier bei bester Aussicht machte ich mich schlaffertig und musste ziemlich schnell zwei Dinge feststellen: Erstens wird es hier nachts wirklich nicht dunkel und zweitens ist es für meinen Schlafsack hier nachts noch zu warm. Na toll. Aber nach einiger Zeit übermannte mich dann doch irgendwann der ersehnte Schlaf. Sollte aber nicht lange währen… Irgendwann wurde ich dann wach und dachte mir: „Hm, ist hell genug um nicht mehr Nacht zu sein. Aufstehen und zurück zum Womo!“ Gedacht, getan und nachdem ich wieder am Wohnmobil angekommen war und alles weggepackt hatte verriet mir ein Blick auf die Uhr die nüchterne Wahrheit: 05:10 Uhr!

Also legte ich mich noch zwei Stunden schlafen und frühstückte trotzdem noch extrem früh für meine Verhältnisse. Und so war ich noch vor neun Uhr wieder unterwegs zu meinem heutigen Großziel: Umea. Eine Universitätsstadt im Norden Schwedens und die größte Stadt Norrlands. Naja, trotzdem weniger Einwohner als Lünen. Und so war ich dann bis halb elf in Umea. Die gesamte Mittagszeit verbrachte ich dann damit die Stadt zu erkunden und Ausschau zu halten nach einem Restaurant, das Köttbullar serviert. Leider ohne Erfolg. Um etwa zwei Uhr fuhr ich dann nochmal weiter in Richtung Norden. Diesmal ohne konkretes Ziel.

Und so bin ich hier in Burea angekommen. Bis zum Nordkap sind es jetzt noch weniger als 1000km! Und der Campingplatz hier ist einer der besten Campingplätze, die ich bis jetzt besucht habe. Herrlich!

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Höga Kusten

Heute war ein entspannter Tag. Nach dem recht frühen Frühstück machte ich mich auf den Weg weiter in Richtung Norden. Mein heutiges Zwischenziel: Höga Kusten. Das Naturschutzgebiet ist sogar als Weltkulturerbe eingetragen auf Grund seiner einzigartigen Schönheit und Wichtigkeit. Also fuhr ich die etwa 120km bis nach Docksta, dem nächsten Ort an dem Naturschutzgebiet und hielt Ausschau nach einer guten Möglichkeit den Tag zu verbringen.

Und an einem Wanderparkplatz wurde ich fündig. Ja, richtig. Ich bin aus eigenen Stücken Wandern gegangen, weil ich so langsam genug von Hafenstädten und Marktplätzen hatte. Dabei war die Entscheidung selbst extrem spontan. Eigentlich suchte ich gerade einen Campingplatz für die Nacht und dann sah ich den Parkplatz mit Ausschilderung für den Höga Kusten Steig. Sagte mir zwar erstmal nichts, aber ich dachte mir kann ja nicht schaden einfach mal ein bisschen zu wandern.

Und so lief ich nur mit meiner Kamera bewaffnet in den Wald los und wurde schnell von einem ziemlich steilen Wanderweg begrüßt. Doch da mir immer wieder Leute entgegen kamen wusste ich, dass es ja gar nicht so schlimm sein konnte. Schon auf dem ersten Zwischenplateau hatte ich eine atemberaubende Aussicht. Schon allein dafür hätte sich der Weg gelohnt, aber nachdem ich eine Ausschilderung mit Wegweisern in Richtung Spitze des Hügels gesehen hatte, packte mich der Ehrgeiz und ich wollte die Spitze erreichen. Der Weg nach dorthin war dann nochmal etwa so weit wie ich bis dato gelaufen war. Oben angekommen wurde ich von einem schönen kleinen Café mit bestem Ausblick begrüßt, wo ich eine Waffel und eine Cola zur Erfrischung und Stärkung genoss.

Frisch gestärkt ging es dann wieder in einem Stück durch den gleichen Weg zurück. Das dauerte trotz meines recht zügigen Tempos immer noch etwa eine dreiviertel Stunde. Schon auf dem Hinweg hatte ich jedoch eine sehr schöne Schutzhütte/Schlafstelle gesehen. Diese erweckte sofort in mir den Wunsch dort die Nacht zu verbringen und so werde ich es gleich auch machen. Nachdem ich gecheckt hatte, dass ich mein Wohnmobil hier für eine Nacht stehe lassen kann (Es gibt kein explizites Verbotsschild, also müsste es erlaubt sein…), werde ich gleich eine Isomatte und einen Schlafsack zusammenpacken und mich auf den kurzen Weg zur Schutzhütte begeben um unter dem Nachthimmel zu schlafen. Wünscht mir viel Erfolg!

Viele Grüße und hoffentlich bis bald

Sören

 

Sundsvall

Heute meinte es das Wetter wieder besser mit mir. Schon zum Frühstück begrüßte mich ein strahlend blauer Himmel und nach einer etwas zu kalten Dusche ging es dann wieder los auf die Straße. Diesmal habe ich aber ein paar Pausen mehr als üblich gemacht um zum einen das Wetter genießen zu können, aber hauptsächlich, weil ich die letzte Nacht unter 6 Stunden geschlafen habe. In der Schulzeit war das für mich zwar eigentlich normal, aber die letzten Monate habe ich doch den Luxus von mehr Schlaf bekommen und war dementsprechend ungewohnt müde.

Nach etwa drei Stunden hatte ich dann aber mein nächstes Ziel erreicht: Sundsvall. Der größte Ballungsraum im nördlichen Schweden. Ab jetzt wird also jede Stadt kleiner als das hier… Dabei hat die Gemeinde doch nur 51.000 Einwohner! Naja, genau das wollte ich doch eigentlich: Ruhe vom Getümmel. Trotzdem lohnte sich die Innenstadt von Sundsvall nochmal für einen Besuch. In der zentralen Fußgängerzone standen überall Drachenstatuen, die wohl vor kurzem im Laufe einer Parade von verschiedenen Unternehmen finanziert wurden. Dies wurde immer ersichtlich am Design der Statue und einer angebrachten Plakette. Schöne Idee sowas.

Nun wurde ich so langsam hungrig und hielt Ausschau nach einem leckeren Restaurant. Da fiel mir ein schickes Restaurant mit dem Namen Vezzo auf. Ein kurzer Blick auf die Karte enthielt eine große Behauptung: „Unsere Pizza wurde 2015+2017 zur besten Pizza Schwedens ernannt“. Bei solch großen Tönen wurde ich natürlich skeptisch und musste mich selbst davon überzeugen. Im Restaurant bestellte man dann nach dem Vapiano-Prinzip: man bekommt eine Karte und hält diese an verschiedenen Stationen vor, je nach gewünschtem Essen (Pizza, Pasta oder Anderes). Danach bekommt man ein Signalgerät, das blinkt und Töne von sich gibt sobald das bestellte Essen fertig ist. Nun hatte ich also die vermeintlich preisgekrönte Pizza vor mir. Was war drauf? Luftgetrockneter Schinken, Knoblauchchips, Parmesan, Büffelmozzarella, normaler Mozzarella und Balsamicoessig. Alles zusammen auf einem schön knusprig gebackenen Teig. Mei Fazit: Lecker, aber es gibt bessere Pizzen (besonders auf Sardinien…).

Danach ging es dann langsam zurück zum Wohnmobil und ich nutzte die untergehende Sonne noch für ein paar schöne Fotos. Nun werde ich den Abend auf meinem angenehm günstigen Parkplatz (Für einen Euro könnte ich hier bis Dienstag stehen!) genießen und noch ein oder zwei Leichtbier am Hafen trinken.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Stenö

Heute hat es den ganzen Tag nur geregnet. Deshalb habe ich mich schon nach dem Frühstück entschieden das Beste aus dem Tag zu machen und einfach so viele Kilometer wie möglich zu machen. Darum gibt es von heute auch nicht so viele Fotos oder Dinge zu erzählen.

Es ging eigentlich den ganzen Tag nur ums Fahren. So habe ich am Ende des Tages zwar „nur“ 180km gemacht, aber die Umstände haben nicht mehr erlaubt. So bin ich am Ende des Tages in Stenö gelandet.

So sitze ich nun beim Regen im Wohnmobil und werde die Zeit und das WLAN nutzen, um mit Papa und Mama über Skype zu reden. Darum halte ich mich hier mal kurz.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Mora

Heute stand der lang ersehnte Besuch in Mora an. Doch zunächst gab es erstmal mein Frühstück und dann machte ich mich so langsam auf den restlichen Weg bis nach Mora. Dieser war etwa 40km weit und führte mich durch eine spektakulär schöne Region rund um den Siljansee. Dieser ist weitläufig bekannt für die immer noch sehr traditionellen Bräuche, wie den Vasalauf und die Dalapferde. Der Vasalauf ist ein alljährlicher Skilauf im März über eine Strecke von fast 90km bis kurz vor der norwegischen Grenze. Hintergrund des Ganzen ist ein historischer, aber darauf gehe ich nicht weiter ein.

Die Dalapferde erwarteten mich dann auch an meinem ersten Zwischenhalt. Im Dorf Nusnäs 10km vor Mora werden die Dalapferde in feinster Handarbeit hergestellt und man kann bei dem Prozess jeden Schritt beobachten. So sieht man zunächst das Skizzieren auf dem Holzstück gefolgt von grobem Ausschneiden mit einer Bandsäge. Den letzten Formschritt bildet dann das Schnitzen von Hand mit speziellen Schnitzmessern, die in Mora hergestellt werden. Nachdem die Form vollendet ist werden die Pferde dann in mehreren Schritten handbemalt und abschließend lackiert. So entsteht eines der beliebtesten Mitbringsel aus Schweden immer noch in traditioneller Handarbeit. Und die Pferdchen sehen gar nicht mal so schlecht aus. In entsprechender Umgebung kann man sie bestimmt auch bei einem modernen Stil einbinden, aber bei Oma auf der Fensterbank sehen sie dann doch irgendwie passender aus.

Für mich ging es aber heute nicht ums Skilaufen oder um Dalapferde. Wer mich kennt weiß, dass ich mit einer gewissen Leidenschaft Messer sammele. (Hier mal ein Zitat von Papa: „Du bist wohl ein Messersammel-Fetischist!“, so falsch liegt er da gar nicht…) Deswegen zog mich das Morakniv Outlet in einer der Dalapferd-Werkstätten quasi magisch an. Hier werden die sowieso schon äußerst preiswerten Messer von Mora of Sweden noch einmal günstiger angeboten als sonst irgendwo. Denn die meisten Messer hier sind zweite Wahl und haben irgendeinen kleinen Fehler, der aber die Funktion nicht weiter beeinträchtigt. Deswegen nutzte ich hier meine Chance und griff reichlich zu: 7 Messer für zusammen weniger als 50€. Wenn man hier die Qualität beachtet ist das ein unglaublich gutes Angebot. Und damit habe ich für die nächsten Jahre genug Messer, die ich im Garten oder sonst wo einfach gebrauchen kann ohne mir Sorgen um ein wertvolles Messer machen zu müssen. Doch diese günstigen Messer sind natürlich nicht die Art von Messer, die ich gerne als Geschenk für die Daheimgebliebenen mitbringe (Bis auf eine vorher bekannte Ausnahme). Und so machte ich mich alsbald auf zum Morakniv Concept Store im Herzen von Mora.

Keine 10km Weg und kurz vor meinem Ziel fand ich auch noch einen speziellen Wohnmobilparkplatz, der auch gleich mein Standplatz für die Nacht werden sollte. Von hier aus waren es keine 5 Minuten mit dem Fahrrad bis in die Innenstadt und schon konnte ich die kleine Stadt genießen. Natürlich immer mit offenem Auge für interessante Fotomotive und Läden. Im Concept Store wurde ich dann auch für meine Mitbringsel für Papa und Herbert fündig und in einem nahegelegenen Outdoorladen fand ich auch noch ein schönes und besonders dekoratives Messer für mich selbst. Die Ausbeute des Tages sind also 10 Messer zu einem annehmbaren, aber nicht genau genannten, Preis. Voller Erfolg!

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Rättvik

Heute war ein ziemlich unspektakulärer Tag. Ich bin recht spät aufgestanden und habe noch etwas das Wetter und die Aussicht auf dem Campingplatz genossen. Danach habe ich mit Mama telefoniert und mich so langsam fertig für die Abfahrt gemacht. Bevor ich den Campingplatz aber verließ füllte ich noch Frischwasser auf und ließ das Grauwasser (Spül- und Handwaschwasser) ab.

Nun ging es also um die Mittagszeit herum los. Nächstes größeres Ziel: Mora. In Schweden ist der Ruf von Mora in etwa mit dem Ruf von Solingen in Deutschland zu vergleichen: ein typischer Ort, an dem gute Messer hergestellt werden. Aber die Entfernung bis Mora von Mariefred aus ist nicht gerade ein Katzensprung: knapp 300km lagen vor mir. Ich bin einfach ins Blaue hinein losgefahren und habe dann eigentlich den restlichen Tag nicht viel mehr gemacht als zu fahren. Ab und an hielt ich an, aber sonst ist heute echt nicht mehr passiert.

Kurz vor Mora wurde ich dann so langsam müde und entschied mich Ausschau nach einem Stellplatz zu halten. In Rättvik wurde ich fündig und habe somit Morgen nur noch 40km bis ich in Mora bin.

Ich verspreche, dass ich den nächsten Eintrag wieder etwas länger fasse, aber heute ist mir einfach nicht mehr eingefallen, das nennenswert ist.

Viele Grüße und bis bald

Sören

 

Seite 3 von 4

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén